Vor knapp zwei Monaten berichteten wir über ein Team von neuseeländischen und australischen Jungforschern, die im Rahmen der „Inspiring Explorer Expedition“ des Antarctic Heritage Trusts (AHT) Grönland durchqueren wollten. Das Team, bestehend aus den vier Jungforschern, dem Geschäftsführer der AHT und einem norwegischen Polarguide, hat nach 20 Tagen die Hälfte der Expedition geschafft, trotz teils heftigen Stürmen auf der Eiskappe. Das Ziel der Expedition ist es, die legendäre Erstdurchquerung Grönlands auf Skiern durch Fridtjof Nansen und sein Team zu wiederholen.

Das sechsköpfige Team unter der Führung von Bengt Rotmo von Oustland Polar Exploration startete seine Expedition am 4. Mai von Westen aus. Auf Skiern und mit jeweils 60kg Material auf Schlitten ausgerüstet planen sie, Ende Mai an der Ostküste anzukommen. Bild: Oustland Polar Exploration
Das sechsköpfige Team unter der Führung von Bengt Rotmo von Oustland Polar Exploration startete seine Expedition am 4. Mai von Westen aus. Auf Skiern und mit jeweils 60kg Material auf Schlitten ausgerüstet planen sie, Ende Mai an der Ostküste anzukommen. Bild: Oustland Polar Exploration

Die vier kühnen Polarforscher aus Neuseeland und Australien, die im Rahmen des Programms „Inspiring Explorer’s Expedition“ des neuseeländischen Antarctic Heritage Trusts (AHT) die grönländische Eiskappe überqueren wollen, haben die Hälfte der Reise geschafft. Die Traverse unternehmen sie auf Skiern und ziehen je 60 Kilogramm an Ausrüstung und Nahrung auf Schlitten hinter sich her. Die beiden Neuseeländer Brando Yelavich (24) und Hollie Woodhouse (34) und die Australier Bridget Kruger (30) und Keith Parsons (28) wurden aus 200 Anwärtern ausgesucht, um die Überquerung zu wagen und darüber zu berichten. Begleitet werden sie vom Geschäftsführer des AHT, Nigel Watson, und dem erfahrenen Polarguide Bengt Rotmo von Oustland Polar Exploration. Die Expedition startete am 4. Mai in Kangerlussuaq nach monatelanger Vorbereitung.

Die vier Neuentdecker sind keine unbeschriebenen Expeditionsblätter. Alle vier haben bereits auf verschiedenen anderen Expeditionen in der Welt teilgenommen und wollen nun sowohl sich wie auch andere junge Leute inspirieren, die Welt zu entdecken. Bild: Antarctic Heritage Trust
Die vier Neuentdecker sind keine unbeschriebenen Expeditionsblätter. Alle vier haben bereits auf verschiedenen anderen Expeditionen in der Welt teilgenommen und wollen nun sowohl sich wie auch andere junge Leute inspirieren, die Welt zu entdecken. Bild: Antarctic Heritage Trust

Nigel Watson erklärt, dass die Expedition bisher einige Herausforderungen meistern musste, inklusive einen Sturm in Hurrikan-Stärke. „ Der Sturm wurde vorhergesagt und es war einfach ein toller Sturm. Windböen von bis 140 km/h bliesen uns um die Ohren. Die harte Arbeit, die wir vor dem Sturm in Schutz investierten, zahlte sich aus. Wir hatten eine Wand aufgebaut und wurden so vor den Elementen sehr gut geschützt. Wir hatten nur Platz für zwei Zelte und so war die Zeit mit vier Leuten in einem Zelt schon etwas wie die Rache der Ölsardinen. (Im anderen Zelt waren zwei Leute und das Material untergebracht. Anm. d. Red.). Die Ankunft bei der stillgelegten DYE 2 US-Radarstation markiert die Hälfte der 560 km langen Expedition. Die Station, die 1988 verlassen wurde und seither unberührt auf dem grönländischen Eisschild liegt, gilt als Wegweiser für alle, die eine solche Überquerung in dem Gebiet unternehmen. Die sechs Teilnehmer sind nun auf dem Weg zum höchsten Punkt der Eiskappe. Wenn alles glatt läuft und keine weiteren Hindernisse und Stürme auftreten, sollte das Team Am Ende des Monats die Ostküste und das Ziel in Isertoq erreichen. Dort werden ein warmes Bett und eine heisse Dusche auf sie warten.

Wie bei allen polaren Expeditionen spielt das Gewicht eine immense Rolle. Daher werden leichte, aber stabile Zelte verwendet. Doch bei starken Winden wird der Aufbau immer zu einer Herausforderung. Bild: Oustland Polar Exploration
Wie bei allen polaren Expeditionen spielt das Gewicht eine immense Rolle. Daher werden leichte, aber stabile Zelte verwendet. Doch bei starken Winden wird der Aufbau immer zu einer Herausforderung. Bild: Oustland Polar Exploration

Teilnehmer Brando Yelavich, der durch seine erste Solo-Umrundung Neuseelands in einem Kajak bekannt geworden war, meint, dass das Umfeld des Expeditionsteams für ihn eine neue bewegende Erfahrung sei. „Es ist wunderbar, ein so schönes Abenteuer mit einer tollen Gruppe teilen zu können. Die Gespräche und die Gelegenheit, einfach ich selbst zu sein und meine echten Emotionen teilen zu können, ist eines der grossartigsten Gefühle überhaupt.“ Die Expedition will an den 130. Jahrestag der Erstüberquerung der grönländischen Eiskappe durch den norwegischen Forscher Fridtjof Nansen 1888 erinnern. Die Expedition ist Teil eines AHT-Programmes, welches in jungen Menschen den Entdeckergeist wecken will und mit ihnen das Erbe der frühen Polarforscher teilen möchte.

Fridtjof Nansen und sein 5-köpfiges Team durchquerten 1888 in 49 Tagen Grönland von Ost nach West. Die ursprüngliche 600 km lange Route musste Nansen aufgrund vorheriger Probleme und verspätetem Start nach Süden verlegen. Doch auch während der Expedition hatten Nansen und seine Männer mit vielen widrigen Bedingungen zu kämpfen. Bild: Oustland Polar Exploration
Fridtjof Nansen und sein 5-köpfiges Team durchquerten 1888 in 49 Tagen Grönland von Ost nach West. Die ursprüngliche 600 km lange Route musste Nansen aufgrund vorheriger Probleme und verspätetem Start nach Süden verlegen. Doch auch während der Expedition hatten Nansen und seine Männer mit vielen widrigen Bedingungen zu kämpfen. Bild: Oustland Polar Exploration

Quelle: Antarctic Heritage Trust