Trotz Stürmen, schwerem Schneefall und Krankheit haben die sechs Teilnehmer der Inspiring Explorer Expedition des neuseeländischen Antarctic Heritage Trust ihr Ziel erreicht. Die 560 Kilometer lange Ski-Expedition zur Durchquerung der grönländischen Eiskappe wurde am 2. Juni 2018 erfolgreich beendet. Die Jungentdecker sind bereits wieder zuhause in Neuseeland und Australien, um sich auf die PR-Tour danach vorzubereiten.

Die Expedition der jungen Entdecker startete am 4. Mai in Kangerlussuaq an der Westküste Grönlands und endete 29 Tage später in Tasiilaq. Trotz teilweise schwierigen Bedingungen erlebten die Teilnehmer auch Momente der Schönheit. Bild: NZ Antarctic Heritage Trust (NZAHT)
Die Expedition der jungen Entdecker startete am 4. Mai in Kangerlussuaq an der Westküste Grönlands und endete 29 Tage später in Tasiilaq. Trotz teilweise schwierigen Bedingungen erlebten die Teilnehmer auch Momente der Schönheit. Bild: NZ Antarctic Heritage Trust (NZAHT)

Die Durchquerung der grönländischen Eiskappe auf den Spuren von Norwegens Nationalheld Fritjof Nansen ist dem sechsköpfigen Team der Young Inspiring Explorer Expedition nach 29 Tagen gelungen. Die vier Jungentdecker Brando Yelavich, Hollie Woodhouse, Bridget Kruger und Keith Parsons erreichten zusammen mit dem Geschäftsführer des NZAHT Nigel Watson und dem Polarguide Bengt Rotmo von Ousland Polar Exploration am 2. Juni 2018 Tasiilaq. Die 560 Kilometer lange Strecke von Kangerlussuaq aus startend legte die Expedition auf Ski zurück, wobei jeder Teilnehmer seine 60 Kilo Material auf Schlitten hinter sich herziehen mussten. Die Expedition war die dritte ihrer Art innerhalb des Inspiring Explorer Programmes des NZAHT und sollte sich als die bisher schwierigste herausstellen.

Mit einer durchschnittlichen Tagesleistung von 20 Kilometer kämpften sich die sechs Teilnehmer über den grönländischen Eisschild und trotzten schweren Schneestürmen und heftigen Winden. Bild: NZAHT
Mit einer durchschnittlichen Tagesleistung von 20 Kilometer kämpften sich die sechs Teilnehmer über den grönländischen Eisschild und trotzten schweren Schneestürmen und heftigen Winden. Bild: NZAHT

Gemäss Nigel Watson verbrachte die Gruppe die letzte Etappe fast 21 Stunden am Stück auf Skiern. „Wir starteten gegen 10 Uhr morgens. Eine potentielle Eisbärsichtung machte uns sehr nervös, stellte sich aber dann als Illusion heraus. Wir fuhren weiter und irgendwann sahen wir dann plötzlich Berge. Das war unglaublich aufregend nachdem wir ja sonst nichts als eine weite, weisse Ebene wochenlang gesehen hatten. Wir hielten für eine heisse Mahlzeit um 1 Uhr morgens an und sechs Stunden später waren wir schliesslich am Ziel unserer Reise angelangt. Umarmungen und Tränen waren das Resultat!“

Nachdem die Gruppe 29 Tage lang über die weite Fläche Grönland gelaufen war, wurden die Hügel Ostgrönlands mit grosser Freude erblickt. Tränen der Erleichterung und Umarmungen über die Leistung waren das Resultat am Ende der Strecke. Bild: NZAHT
Nachdem die Gruppe 29 Tage lang über die weite Fläche Grönland gelaufen war, wurden die Hügel Ostgrönlands mit grosser Freude erblickt. Tränen der Erleichterung und Umarmungen über die Leistung waren das Resultat am Ende der Strecke. Bild: NZAHT

Nach ihrer Ankunft am Zielpunkt brachte ein Hubschrauber das Team ins Zentrum von Tasiilaq. Für die Jungentdecker war das Ankommen im Ort eine unglaubliche Erfahrung. „Die Erleichterung am Ziel war immens und wieder auf richtig festem Boden zu gehen, nachdem wir vier Wochen auf Skiern  verbracht hatten, war ein sehr komisches Gefühl. Wir wurden in einem tollen Hotel untergebracht, genossen ein einfaches aber superleckeres Essen und es war etwas seltsam, warm, geduscht und die Gesichter der anderen ohne Masken und Brillen und gewaschen zu sehen“, erklärt Hollie Woodhouse. Keith fügte an: „Auf der einen Seite haben wir etwas sehr spezielles und grossartiges erreicht. Gleichzeitig bedeutet es das Ende einer Erfahrung und allem drumherum: das Eis, der Kampf und das Zusammensein mit Freunden. Ein bittersüsses Ende der Reise.“ Auch für Brando und Bridget, die beide schon extreme Expeditionserfahrungen gemacht haben, war diese Herausforderung besonders gross. „Physisch gesehen war die grösste Herausforderung für meine Gelenke und Füsse die repetitive Bewegung und das kontinuierliche Ziehen des Schlittens während 29 Tage. Mental war es die Eintönigkeit des Gehens und der Gegend, die das Gehirn teilweise aussteigen liess“, meint Brando. Und auch für Bridget war dies die grösste und herausforderndste Expedition ihrer Karriere. „Ich hatte bisher nie eine Winterexpedition in diesem Ausmass unternommen und unter solchen Bedingungen. Daher war es eine unglaubliche Gelegenheit, daran zu wachsen.“ Die vier Jungentdecker werden sich nun auf den nächsten Teil des Programmes vorbereiten: Eine Tour, bei der sie über ihre Erfahrungen berichten werden. Laut Nigel Watson ist dies der wichtigste Teil des NZAHT-Programmes: „Der Grund, warum der NZAHT diese Expeditionen unternimmt, ist es, junge Leute zu motivieren, hinauszugehen und diese spannende Welt zu erforschen. Das Team hat durch seine Erzählungen die Möglichkeit, andere zu inspirieren, etwas völlig neues zu tun und so vielleicht eine lebensverändernde Erfahrung zu machen.“

Den Expeditionsmitgliedern sieht man trotz der Strapazen die Freude über das Erreichte an. Nun sollen sie andere junge Leute inspirieren, die Welt zu erkunden und zu erfahren. Vcon links nach rechts: Bridget, Hollie, Brando, Nigel (hinten) und Keith.Bild: NZAHT
Den Expeditionsmitgliedern sieht man trotz der Strapazen die Freude über das Erreichte an. Nun sollen sie andere junge Leute inspirieren, die Welt zu erkunden und zu erfahren. Vcon links nach rechts: Bridget, Hollie, Brando, Nigel (hinten) und Keith.Bild: NZAHT